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Aus den "Erzfeinden" werden Brüder

Quelle: Main-Echo vom 26.06.08 - Bericht von Nicole Damm-Arnold

Früher herrschte Derby-Stimmung, als die Fußballmannschaften von Rot-Weiß Radheim und FSV Mosbach noch in der selben Klasse kickten und im Spiel aufeinander trafen. Immer wieder wurde von der gegnerischen Mannschaft sogar als dem "Erzfeind" gesprochen. Schnee von gestern: Jetzt werden aus den "Erzfeinden" Brüder.

Heute spielt die Erste Mannschaft der Rot-Weißen zwei Klassen tiefer als die des FSV. Dessen ungeachtet: Beiden Vereinen fehlt es an Spielern. Und - so deren Vorstände - der Nachwuchs aus der Jugend lässt für die Zukunft keine Besserung erwarten.

Und da auch "Erzfeinde" vernünftig sein können, schließen sich Rot-Weiß Radheim und der Fußballsportverein jetzt zusammen: Die Spielgemeinschaft (SG) Mosbach/Radheim ist geboren.

Eine heiße Angelegenheit war das schon. Seit Wochen wird in beiden Ortsteilen heftig über den Zusammenschluss diskutiert. Gerüchte, dass die Vereine gar fusionieren wollen, dementieren die stellvertretenden Vorsitzenden Jörg Bischoff (Rot-Weiß Radheim) und Günter Müller (FSV Mosbach) gegenüber unserer Zeitung. "Von einer Fusion war nie die Rede", betonen die Vereinsvertreter. Finanziell und organisatorisch bleiben beide Vereine weiter getrennt, lediglich die Einnahmen und Ausgaben der Spielgemeinschaft werden je zur Hälfte untereinander aufgeteilt.

Spieler sollen so schnell wie möglich eine Einheit werden Günter Boll, Fußballtrainer Ohnehin nur noch eine Erste Mannschaft, hat sich der Spielermangel bei den Radheimer Fußballern schon vor zwei Jahren abgezeichnet. Eine Spielgemeinschaft lehnte der FSV damals noch ab. "Erst als unsere Zweite Mannschaft wegen Spielermangels zweimal nicht antreten konnte und ein Rundenspiel gar nur mit neun Spielern bestreiten konnte, entschlossen wir uns zu diesem Schritt", erklärt Müller.

"Und in der Jugend kommt einfach nichts nach", ergänzt der Radheimer Trainer Günter Boll. Die B- und C-Junioren der Jugendspielgemeinschaft Bachgau (FSV Mosbach, Rot-Weiß Radheim und FC Wenigumstadt) sind laut Boll schon jetzt dünn besetzt.

Die SG Mosbach/Radheim wird in Zukunft aus zwei Mannschaften bestehen. Die Erste wird in der A-Klasse antreten und ihre Heimspiele auf dem Platz des FSV austragen. Die Zweite wird in der C-Klasse kicken. Deren Heimspiele finden auf dem Radheimer Sportplatz statt. "Trainieren werden wir die Mannschaften gemeinsam", erklärt Boll - Zweimal pro Woche, abwechselnd auf den Plätzen der Ortsteile. Günter Boll wird die Zweite Mannschaft betreuen, der Dieburger Marcel Winkler übernimmt als neuer Trainer die Erste Mannschaft.

"Wir möchten, dass die Mosbacher und Radheimer Spieler zusammenwachsen. So schnell wie möglich sollen sie eine Einheit werden", betont Boll. Und das wünschen sich die Trainer auch bei den Zuschauern und Fans. Doch auch sie wissen, dass das Zeit braucht.

Zuversichtlich sind Vorstand und Trainer hinsichtlich Leistung und Können der Teams. "Klassenerhalt ist in diesem Jahr unser Ziel", schildert Marcel Winkler.

Junge Talente und damit mehr Potenzial sieht er auf jeden Fall für beide Teams. Ein sportlicher Vorteil liegt für ihn klar auf der Hand: "Der Ehrgeiz unter den Spielern wird durch die Spielgemeinschaft auf jeden Fall geweckt." Winkler verspricht sich eine bessere Trainings- und Spielbeteiligung als in den vergangenen Monaten.

Gemeinsam kicken wollen die Spieler schon am kommenden Sonntag. Die Coachs haben die erste Trainingseinheit für beide Mannschaften angesetzt.

Der Hessische Fußballbund hat die SG Mosbach/Radheim für drei Jahre genehmigt.

Quelle: Main-Echo vom 26.06.08 - Bericht von Nicole Damm-Arnold

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